Lesetipp Frühjahr/Sommer 2020

Lutz Seiler
Stern 111
Verlag Suhrkamp, 500 Seiten, € 24,—

Zwei Tage nach dem Fall der Mauer verlassen Inge und Walter Bischoff ihr altes Leben – die Wohnung, den Garten, ihre Arbeit und das Land. Ihre Reise führt die beiden Fünfzigjährigen weit hinaus: Über Notaufnahmelager und Durchgangswohnheime folgen sie einem lange gehegten Traum, einem „Lebensgeheimnis“, von dem selbst ihr Sohn Carl nichts weiß. Carl wiederum, der den Auftrag verweigert, das elterliche Erbe zu übernehmen, flieht nach Berlin. Er lebt auf der Straße, bis er in den Kreis des „klugen Rudels“ aufgenommen wird, einer Gruppe junger Frauen und Männer, die dunkle Geschäfte, einen Guerillakampf um leerstehende Häuser und die Kellerkneipe Assel betreibt. Im U-Boot der Assel schlingert Carl durch das archaische Chaos der Nachwendezeit, immer in der Hoffnung, Effi wiederzusehen, „die einzige Frau, in die er je verliebt gewesen war.“

Pascal Mercier
Das Gewicht der Worte
Verlag Hanser, 576 Seiten, € 26,—

Seit seiner Kindheit ist Simon Leyland von Sprachen fasziniert. Gegen den Willen seiner Eltern wird er Übersetzer und verfolgt unbeirrt das Ziel, alle Sprachen zu lernen, die rund um das Mittelmeer gesprochen werden. Von London folgt er seiner Frau Livia nach Triest, wo sie einen Verlag geerbt hat. In der Stadt bedeutender Literaten glaubt er den idealen Ort für seine Arbeit gefunden zu haben – bis ihn ein ärztlicher Irrtum aus der Bahn wirft. Doch dann erweist sich die vermeintliche Katastrophe als Wendepunkt, an dem er sein Leben noch einmal völlig neu einrichten kann.

Matthias Politycki
Das kann uns keiner nehmen
Verlag Hoffmann u. Campe, 304 Seiten, € 22,—

Dieser grandiose Roman über zwei sehr gegensätzliche Weggefährten, jeder auf seine Weise von der Liebe gezeichnet, verhandelt zugleich ein großes gesellschaftspolitisches Thema: Wie findet zusammen, was nicht zusammenpasst – auch über einen tiefen Graben hinweg.
Am Gipfel des Kilimandscharo: Hans, ein so zurückhaltender wie weltoffener Hamburger, ist endlich da, wo er schon ein halbes Leben lang hinwollte. Hier, auf dem Dach von Afrika, will er endlich mit seiner Vergangenheit ins Reine kommen. Doch am Grunde des Krater steht bereits ein Zelt, und in diesem Zelt hockt der Tscharli, ein Ur-Bayer – respektlos, ohne Benimm und mit unerträglichen Ansichten. In der Nacht bricht ein Schneesturm herein und schweißt die beiden wider Willen zusammen. Es beginnt eine gemeinsame Reise, unglaublich rasant und authentisch erzählt, wie das nur Politycki kann, gespickt mit absurden und aberwitzigen Abenteuern. Als sich die beiden schließlich die Geschichte ihrer großen Liebe anvertrauen, erkennen sie, dass sie mit dem Leben noch eine Rechnung offen haben. Doch der Tod fährt in Afrika immer mit, und nur einer von beiden wird die Heimreise antreten.

Anna Hope
Was wir sind
Verlag Hanser, 368 Seiten, € 22,—

Nach einer atemlosen gemeinsamen Zeit in London stehen Hannah, Cate und Lissa mit Mitte dreißig an ganz unterschiedlichen Punkten. Hannah liebt ihr Leben und das Leben mit Nathan, doch alles scheint wertlos ohne ein Kind. Cate ist nach der Geburt ihres Sohnes nach Canterbury gezogen und hat das Gefühl, sich mehr und mehr selbst zu verlieren. Und Lissa steht nach einer schwierigen Beziehung auf der Schwelle zu ihrem beruflichen Traum.
Was wollen wir, was können wir sein? Und was hält uns zusammen, wenn wir jeder für sich die grundlegenden Entscheidungen für unser Leben treffen?

Deepa Anappara
Die Detektive vom Bhoot-Basar
Verlag Rowohlt, 400 Seiten, € 24,—

Detektivarbeit ist kein Kinderspiel. Der neunjährige Jai schaut zu viele Polizei-Dokus, denkt, er sei klüger als seine Freundin Pari (obwohl sie immer die besten Noten bekommt), und hält sich für einen besseren Anführer als Faiz ( obwohl Faiz derjenige mit zwei älteren Brüdern und einem echten Job ist). Als ein Junge aus ihrer Klasse verschwindet, beschließt Jai, sein Fernsehwissen zu
nutzen, um ihn zu finden. Mit Pari und Faiz an seiner Seite wagt er sich in den verwinkelten Bhoot-Basar und dann weiter hinaus in die verbotenen Viertel der Stadt. Doch mehr und mehr Kinder verschwinden, und die Dinge in der Nachbarschaft werden kompliziert …
Die Detektive vom Bhoot-Basar erzählt von den Farben und Widersprüchen des heutigen Indien, von sozialen und religiösen Spannungen, Korruption und Ungerechtigkeit, vor allem aber von der unbesiegbaren Vitalität dreier Kinder, von deren Wagemut, Unschuld und überbordender Phantasie.

Téa Obreht
Herzland
Verlag Rowohlt, 512 Seiten, € 24,—

Arizona, um 1890. Ein neuer Morgen eines zu heißen Sommers bricht an für Nora Lark. Ihre Farm ist bedroht von Dürre und mächtigen Viehzüchtern, neuerdings auch, so glaubt ihr kleiner Sohn Toby, von einem monströsen Tier, das draußen umherstreift. Seit Tagen ist Noras Mann verschwunden, nachts sind die beiden älteren Söhne im Streit davongeritten, und irgendwer ist ins Brunnenhaus eingebrochen. Doch Nora stehen noch ganz andere Prüfungen bevor – die über das Schicksal ihrer Familie entscheiden werden. Das liegt auch an Lurie, Waise eines Einwanderers aus dem Osmanischen Reich, der vom kleinen Ganoven zum verfolgten Outlaw wurde, schließlich einen unerwarteten Gefährten findet und in einem Trupp der U.S.Army untertaucht. In Luries abenteuerlichem Leben verdichten sich das Heldentum und die Niedertracht der Epoche zu einem schrecklichen, prächtigen, epischen Bogen – mit immer überraschenden Wendungen.
Téa Obreht erzählt in ihrer bildhaft leuchtenden, einzigartigen Sprache den amerikanischen Gründungsmythos neu. Herzland zeigt die Siedlerzeit mit all ihrer Härte und zugleich einen schillernden, unbekannten Wilden Westen – in dem die Konflikte des heutigen Amerika schon aufscheinen.

Laeritia Colombani
Das Haus der Frauen
Verlag Fischer, 224 Seiten, € 20,—

In Paris steht ein Haus, das allen Frauen dieser Welt Zuflucht bietet. Auch der erfolgreichen Anwältin Solène, die nach einem Zusammenbruch ihr Leben in Frage stellt. Im Haus der Frauen schrieb sie nun im Auftrag der Bewohnerinnen Briefe – an die Ausländerbehörde, den zurückgelassenen Sohn in Guinea, den Geliebten – und erfährt das Glück des Zusammenhalts und die Magie des Hauses. Weil Solène anderen hilft, hat ihr Leben wieder einen Sinn. Doch wer war die Frau, die vor hundert Jahren allen Widerständen zum Trotz, diesen Schutzort schuf? Solène beschließt, die Geschichte der Begründerin Blanche Peyron aufzuschreiben. Endlich fühlt sie sich am Ziel, so wie all die anderen Frauen, die nach langer Reise im Haus der Frauen in Sicherheit sind. Kunstvoll und mitreißend verknüpft Lutetia Colombani das wahre Leben der mutigen Blanche Peyron mit den Geschichten außergewöhnlicher Frauen.

Krimis

Liz Moore
Long Bright River
Verlag C.H.Beck, 412 Seiten, € 24,—
Einst waren sie unzertrennlich, seit fünf Jahren sprechen sie nicht mehr miteinander, doch die eine wacht über die andere. Jetzt aber ist die Lage bedrohlich geworden: Mickey, Streifenpolizistin in Philadelphia, findet ihre drogenabhängige Schwester Kacey nicht mehr auf den Straßen der Blocks, die sie kontrolliert und auf denen Kacey für ihren Konsum anschaffen geht.
Gleichzeitig erschüttert eine Reihe von Morden an jungen Prostituierten die von Perspektivlosigkeit und Drogenmissbrauch geplagte Stadt. In ihrem enorm spannenden Roman erzählt Liz Moore die Familiengeschichte von Mickey und Kacey und deren Entfremdung parallel zur Geschichte der Jagd nach einem Frauenmörder, die auch Mickey in große Gefahr bringt. Zugleich entwirft Liz Moore in diesem großen Roman das umwerfend authentische Porträt einer Stadt und einer Gesellschaft in der Krise.

Jan Costin Wagner
Sommer bei Nacht
Verlag Galiani, 320 Seiten, € 20,—

Ein Kind verschwindet, dabei hat seine Mutter den Jungen nur für wenige Augenblicke aus den Augen gelassen. Die Ermittlungen beginnen, und schnell stößt die Polizei auf Verbindungen zu einem weiteren vermissten Jungen.
Die Ermittler Ben Neven und Christian Sander von der Wiesbadener Polizei machen sich auf die Suche nach dem fünfjährigen Jannis. Zeugen erinnern sich, dass ein Mann mit einem Teddybär auf dem Arm das Kind während des Flohmakts in der Grundschule angesprochen hat. Schnell wird Ben und Christian klar, dass sich die schlimmsten Befürchtungen bewahrheiten. Und nicht nur das: Es scheint einen direkten Zusammenhang mit der nie aufgeklärten Entführung eines weiteren Kindes in Österreich zu geben. Die beiden Polizisten stoßen auf finstere Abgründe.
Jan Costin Wagner verarbeitet in seinem neuen Kriminalroman gleich mehrer brisante gegenwärtige Themen und rührt dabei tief an in uns allen schlummernde Ängste. Doch das Wagnis gelingt – weil Wagner den Spagat zwischen Empathie und Zurückhaltung beherrscht und literarische Kriminalromane schreibt wie kaum jemand sonst.
Bart van Loo
Burgund
Das verschwundene Reich
Verlag C.H.Beck, 656 Seiten, € 32,—

Bart Van Loo präsentiert die Geschichte Burgunds wie ein sich immer weiter zuspitzendes Drama in 1111 Jahren und einem Tag: Das „vergessene Millenium“ reichte vom antiken Königreich Burgund bis zum mittelalterlichen Herzogtum, das durch seine Burgen und Klöster – nicht zuletzt Cluny und Citeaux – weit über seine Grenzen hinaus ausstrahlte. Im „burgundischen Jahrhundert“ entstand ein glanzvolles Reich von Dijon im Süden bis nach Brügge, Antwerpen und Amsterdam im Norden, das in einem „verhängnisvollen Jahrzehnt“ beinahe zum Königreich wurde und bald darauf unterging. Mit dem letzten burgundischen Herzog Karl begann bereits eine neue Zeit. Als Kaiser Karl V. machte er die Habsburger zur Großmacht und beherrschte ein Weltreich. Bart Van Loos neue Geschichte Burgunds ist ein großer Wurf und ein Fest für alle Sinne.

Volker Ullrich
Acht Tage im Mai
Die letzte Woche des Dritten Reiches
Verlag C.H.Beck, 320 Seiten, € 24,—

Die letzte Woche des Dritten Reiches hat begonnen. Hitler ist tot, aber der Krieg noch nicht zu Ende. Alles scheint zum Stillstand zu kommen, und doch ist alles in atemloser Bewegung. Während die Regierung Dönitz nach Flensburg ausweicht, rücken die alliierten Streitkräfte unaufhaltsam weiter vor. Berlin kapituliert, in Italien die Heeresgruppe C. Raketenforscher Wernher von Braun wird festgenommen. Es kommt zu einer Selbstmordepedemie und zu Massenvergewaltigungen. Letzte Todesmärsche, wilde Vertreibungen, abtauchende Nazi-Bonzen, befreite Konzentrationslager – all das gehört zu jener „Lücke zwischen dem Nichtmehr und dem Nochnicht“, die Erich Kästner am 7.Mai 1945 in seinem Tagebuch vermerkt. Volker Ullrich, der große Journalist und Hitler-Biograph, hat aus historischen Miniaturen und Mosaiksteinen ein Panorama dieser „Acht Tage im Mai“ zusammengefügt, das sich fesselnder liest als mancher Thriller.

Werner Bätzing
Das Landleben
Geschichte und Zukunft einer gefährdeten Lebensform
Verlag C.H.Beck, 304 Seiten, € 24,95

Werner Bätzings neues Buch untersucht, was Landleben eigentlich bedeutet, wodurch es sich vom Leben in der Stadt unterscheidet und warum es auch in der heutigen globalisierten Welt eine Zukunft haben muss. Da das Land stets in einem engen Austausch mit der Stadt stand und steht, muss man auch begreifen, warum sich Städte entwickeln und welche Auswirkungen die Industrielle Revolution, die Entdeckung des Landes als „Idylle“, der wirtschaftliche und demographische Wandel und die Entstehung der Konsumgesellschaft auf das Landleben haben. Damit das Land ein zur Stadt gleichwertiger Lebens- und Wirtschaftsraum sein kann, ohne schleichend zu verstädtern oder permanent Einwohner zu verlieren.

Roger de Weck
Die Kraft der Demokratie
Eine Antwort auf die autoritären Reaktionäre
Verlag Suhrkamp, 300 Seiten, € 24,—

Rundum bedrängen Autoritäre die Demokratie. Doch warum bleiben Liberale und Linke so defensiv? Kippen die Konservativen nach rechts? Die Schwäche der Demokraten ist viel gefährlicher als die Lautstärke der Reaktionäre, warnt Roger de Weck. Sein Buch zeigt die Methoden und Schwachstellen der Rechten. Wer will, kann sie sehr wohl stoppen in ihrem Kulturkampf wider die Liberalität. Damit Gestige nicht die Zukunft kapern, müssen Demokraten an der Demokratie von morgen arbeiten, sie aktionsfähig machen. Nur so können wir auf die Autoritären antworten, gemeinsam mit der aufstrebenden Generation Greta. Denn die Natur, sagt Bestseller-Autor de Weck, muss zur Teilnehmerin an der Demokratie werden. Sein Buch schafft Übersicht – und Zuversicht.

Stefano Mancuso
Die unglaubliche Reise der Pflanzen
Verlag Klett-Cotta, 154 Seiten mit zahlr. Aquarellen, € 22,—

Pflanzen sind die großen Reisenden auf unserer Welt. Sie sind überall angekommen obwohl sie unbeweglich zu sein scheinen. Sie machen den Blauen Planeten zur grünen Insel im Weltall. Die faszinierende, verblüffende Geschichte der größten Gruppe von „Lebewesen“, die wir als solche gar nicht wahrnehmen und noch nicht hinreichend wertschätzen. Am weitesten verbreitet auf unserem Planeten sind nicht Menschen sondern Pflanzen, deren Intelligenz uns das Leben und Überleben überhaupt ermöglicht. Sie verwandeln Wüsten in blühende Kontinente, sie breiten sich auch in den entlegensten
Gegenden der Welt aus, ihr Lebenswille ist unbezwinglich.

Kinder- und Jugendbücher

Rüdiger Bertram
Unsere kleine Insel
Verlag DRV junior, 128 Seiten durchg. Illustr., € 12,95 ab 6 Jahre

Eine Hallig ist keine normale Insel! Das hat Nele schon gemerkt. Am Anfang war sie ziemlich wütend über den Umzug von der Großstadt auf die kleine Insel in der Nordsee. Aber nur ganz kurz. Dann hat sie nämlich die süßen Babydoll- Schafe und ihre beste Freundin Lisa kennengelernt. Auf einer Hallig hat man eigentlich gar keine Zeit für schlechte Laune, findet Nele, denn in dem kleinen Café von Oma und Opa mit den leckeren Waffeln, und mit den vielen Pferden, Hunden, Katzen, Vögeln und Seehunden ist immer was los.

Stefanie Höfler
Helsin Apelsin und der Spinner
Verlag Beltz & Gelberg, 207 Seiten, € 12,95
ab 8 Jahre

Helsin ist klein und biegsam wie ein Grashüpfer und immer gut gelaunt. Bisher hat sie nur ein winziges Problem: Manchmal, wenn ihr etwas nicht passt, bekommt sie einen Wutausbruch wie ein Rumpelstilzchen – einen „Spinner“. Wie an dem Tag, als Louis neu in die Zwergen-Klasse kommt und dieses „Helsin, Apelsin, Apfelsine“ murmelt. Und dann klaut Helsin einfach seinen Fidschileguan, was für sie zu einem dicken Problem wird. Wie soll sie da nur wieder rauskommen? Das Louis immer netter wird, ist dabei nicht die letzte Überraschung.

Adam Baron
Freischwimmen
Verlag Hanser, 224 Seiten, €15,—
ab 10 Jahre

Eine herzzerreißende, urkomische Geschichte über Dinge, die man selbst erfahren muss, weil einem Erwachsene mal wieder nichts sagen. Cym ist noch nie geschwommen – kein einziges Mal. Kein Wunder, dass ihn die Aussicht auf den ersten Schwimmunterricht in der Schule nervös macht. Andererseits – wie schwer kann das schon sein? Cym trägt schließlich die Badeshorts seines Vaters. Leichtherzig lässt er sich zu einem Wettkampf gegen seinen Widersacher hinreißen. Dass Cym dabei fast ertrinkt, hätte niemand erwartet. Dass der Unfall eine Familienkrise auslöst, erst recht nicht. Cym muss einer Wahrheit auf die Spur kommen, die sein Leben völlig auf den Kopf stellt. Doch das Beste ist, das er dadurch echte Freunde gewinnt.

Stepha Quitterer
Weltverbessern für Anfänger
Verlag Gerstenberg, 288 Seiten, €16,—
ab 12 Jahre

An Minnas Schule wird ein Wettbewerb ausgeschrieben: Weltverbessern für Anfänger. Immerhin, der Klasse, in der man sich am meisten engagiert, winkt eine Fahrt nach Tallinn. Minna lässt das erst mal kalt. Bis ihre Oma ins Pflegeheim kommt und glasklar wird, welchem Bereich des täglichen Lebens man eine deutliche Verbesserung könnte. Also organisiert Minna kurzerhand einen Pflegeheimbesuchsdienst. Keine leichte Aufgabe in einer Klasse, die selbst der Schulpsychologe meidet. Rumgezicke, Liebeskummer, Lehrergenerve und getrennte Eltern tun ihr Übriges. Was nach einigen Anlaufschwierigkeiten dann passiert, übersteigt allerdings nicht nur Minnas Vorstellungsvermögen …

Kim Liggett
The Grace Year
Ihr Widerstand ist die Liebe
Verlag Dressler, 416 Seiten, € 22,—
ab 14 Jahre

Wie alle 16-jährigen Mädchen wird Tierney für ein Gnadenjahr in ein Lager im Wald verbannt, um sich von ihrer weiblichen „Magie“ zu reinigen. Bald erkennt sie, dass dieses Ritual allein der Unterdrückung junger Frauen dient. Als sie rebelliert, schlägt ihr der blanke Hass der anderen Mädchen im Lager entgegen. Daraufhin flieht sie, fällt im Wald einem gefährlichen Wilderer in die Hände – und verliebt sich in ihn. Wird sie zum Opfer des Systems? Oder wird sie sich retten können?

Dr. Jürgen Hübner, Martin Verg
Gestern war noch Krieg

Die Zeit um 1945 in Sachtexten und Erzählungen
von Gudrun Pausewang, Christine Nöstlinger u.a.
Verlag Thienemann, 192 Seiten, € 12,—
ab 10 Jahre und für die ganze Familie
Der 8. Mai 1945 stellt eine Zäsur der deutschen Geschichte dar, wie kein anderes Datum. Das Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa markiert zugleich das Ende des Nationalsozialismus in Deutschland. Wie haben die Menschen, vor allem die Kinder jener Zeit, all das erlebt: die letzten Kriegsmonate, die Kapitulation, die Besatzung durch die alliierten Armeen, das Leben, oder vielmehr Überleben trotz Hunger und schlimmster Not.

Rittersche Buch- & Kunsthandlung
59494 Soest | Grandweg 1a
Telefon: 02921 4641
Telefax: 02921 4543